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Teilen statt Besitzen – Welche Chancen bietet die Sharing Economy für uns?

Das Bild zeigt Menschen vor einem Schaufenster über den Sharing steht. Sie haben verschiedene Gegenstände wie z.B. eine Bohrmaschine in der Hand
Bild: © Leila Flensburg
Das eigene Auto steht die meiste Zeit ungenutzt herum, die Bohrmaschine verstaubt im Keller. Die Sharing Economy zeigt, wie wir solche Ressourcen besser nutzen – und dabei Klima, Geldbeutel und Gemeinschaft entlasten.

Rund elf Millionen Tonnen Lebensmittel landen hierzulande jedes Jahr im Müll, und im Schnitt kaufen wir 60 neue Kleidungsstücke pro Person, von denen fast die Hälfte kaum oder nie getragen wird. Wir leben, als hätten wir mehrere Planeten zur Verfügung. Wenn alle Menschen so konsumieren würden wie in Deutschland bräuchten wir drei Erden1.

Doch es gibt Alternativen: Die Sharing Economy zeigt, wie wir unseren Konsum neu denken können. Das Prinzip ist einfach, aber wirkungsvoll: Wenn mehr Menschen teilen, müssen weniger Ressourcen verbraucht werden, und die Dinge, die schon da sind und die wir nicht ständig brauchen, werden besser genutzt.

 

Beispiele einer Sharing Economy

CarSharing

Autos stehen im Durchschnitt 23 Stunden am Tag ungenutzt herum2. Carsharing löst dieses Problem: Mehrere Menschen teilen sich ein Fahrzeug, nutzen es nach Bedarf und sparen dabei nicht nur CO₂, sondern auch Parkraum und Kosten. Gerade in Städten ist Carsharing eine echte Alternative zum eigenen Auto – vor allem, wenn es mit Rad, Bus und Bahn kombiniert werden kann. Studien zeigen, dass ein Carsharing-Fahrzeug 3bis 20 private PKW ersetzen kann3. Das spart nicht nur Platz in unseren Städten, sondern senkt auch die Emissionen. In den Niederlanden konnte nachgewiesen werden, dass durch Carsharing pro Nutzer*in zwischen 236 und 392 Kilogramm CO₂ im Jahr eingespart werden können4. Wenn Carsharing sinnvoll mit dem öffentlichen Nahverkehr verzahnt wird, ist das Einsparpotenzial sogar noch erheblich höher.5 Neben der Klimabilanz profitiert auch der Geldbeutel: Wer aufs eigene Auto verzichtet, spart laufende Kosten für Versicherung, Steuer und Wartung. Wie viel uns Autos wirklich kosten haben wir hier zusammengestellt: Was kostet der Besitz eines eigenen Autos?

Leihläden

Leihläden und „Bibliotheken der Dinge“ machen es möglich, Werkzeuge, Küchengeräte oder Freizeitartikel einfach auszuleihen. So müssen nicht mehr alle Haushalte dieselben Dinge anschaffen, die dann oft ungenutzt in Schränken oder Kellern verstauben. Eine Bohrmaschine zum Beispiel kommt im Durchschnitt nur wenige Minuten pro Jahr zum Einsatz6 – geteilt statt gekauft macht sie deutlich mehr Sinn. So reduzieren Leihläden die Anschaffung neuer Produkte und schaffen neue Begegnungsorte.

Büchereien

Bibliotheken gibt es seit Jahrhunderten. Statt jedes Buch neu zu kaufen, teilen wir Geschichten, Wissen und Kultur. Heute erweitern viele Büchereien ihr Angebot und verleihen nicht nur Bücher, sondern auch Spiele, Musikinstrumente oder E-Bücher und Hörbücher.

Zeitbanken – wenn Zeit zur Währung wird

Ein spannendes Feld innerhalb der Sharing Economy sind auch Zeittauschsysteme und Tauschringe. Hier wird nicht mit Geld bezahlt, sondern mit Stunden oder gegenseitigen Leistungen. Wer etwa eine Stunde lang beim Einkaufen hilft, kann diese Zeitgutschrift wiederum für eine Stunde Nachhilfe oder Gartenarbeit einlösen. Damit entsteht eine Art alternative Währung auf Basis von Zeit, die den Wert menschlicher Fähigkeiten sichtbar macht. Solche Systeme fördern den sozialen Zusammenhalt, da sie Menschen in ihrer Nachbarschaft miteinander verbinden, und eröffnen einen fairen Zugang zu Leistungen, unabhängig vom Einkommen.

So vielfältig ist die Sharing Economy

Sharing hört hier nicht auf: Kleidertauschbörsen, Foodsharing-Initiativen oder Plattformen für das Teilen von Lastenrädern und Gartengeräten zeigen, wie vielfältig die Bewegung ist. Überall dort, wo Dinge gemeinsam genutzt werden, entstehen neue Möglichkeiten für nachhaltiges Leben.

Teilen verbindet

Die Sharing Economy zeigt, dass wir unseren Konsum neu denken und zugleich das Miteinander stärken können. Wer Dinge gemeinsam nutzt, kommt miteinander ins Gespräch, tauscht Erfahrungen aus und baut Vertrauen auf. Sharing-Angebote sind oft lokal verankert. So fördern sie Begegnungen in der Nachbarschaft und machen Ressourcen auch für Menschen zugänglich, die sich nicht alles selbst leisten können oder wollen. So werden Zugänge gerechter und Nachbarschaften lebendiger. Ob Carsharing, Leihladen oder gemeinschaftliche Autonutzung mit Nachbar:innen: Jede Form des Teilens macht uns unabhängiger vom ständigen „Mehr haben müssen“ und bringt uns als Gemeinschaft näher zusammen.

 

Entdecke, welche Möglichkeiten des Teilens es auch in deiner Region schon gibt!

Belohnungsaktionen und Annahmestellen des Klimabonus: 

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