Zum Hauptinhalt springen

Klimawissen

Auf dieser Seite möchten wir euch auf leicht verständliche Weise erklären, was der Klimawandel ist und welche Auswirkungen er auf uns Menschen hat. In jedem Abschnitt werden wir euch außerdem noch ein paar Empfehlungen geben, wo ihr detailliertere und vertrauenswürdige Informationen zu bestimmten Themen finden könnt.

Was hat CO2 eigentlich mit der Temperatur auf der Erde zu tun?

Kohlenstoffdioxid, kurz CO2, ist ein farb- und geruchloses Gas, relativ unscheinbar und doch ist es spätestens seit Beginn der Fridays-for-Future-Bewegung in aller Munde. Das liegt daran, dass CO2 der Haupttreiber des menschengemachten Klimawandels ist, d. h. im Wesentlichen ist das CO2 in unserer Erdatmosphäre der Grund dafür, dass sich unsere Erde erwärmt. Im folgenden Bild ist die gemessene Temperaturabweichung (verglichen mit der durchschnittlichen Temperatur zwischen 1951 und 1980) sowie die gemessenen CO2-Konzentrationen im gleichen Zeitraum gezeigt. Man sieht einen deutlichen Zusammenhang zwischen der Temperatur auf der Erde und der CO2-Konzentration in der Atmosphäre.

Für Interessierte: Die Temperatur-Daten entstammen der NASA und sind auch auf Our World In Data veröffentlicht. Die CO2-Daten entstammen dem Mauno Loa Observatorium auf Hawaii, die Langzeit-Daten wurden durch Eisbohrkernmessungen in der Antarktis (Dome C) ermittelt und kommen vom NOAA.

Warum erwärmt sich die Erde, wenn bestimmte Konzentrationen an Gasen in der Atmosphäre zu hoch werden?

Ein Teil des Sonnenlichts, das unsere Erde erreicht, wird absorbiert und in Wärmestrahlung "umgewandelt". Diese Wärmestrahlung würde normalerweise wieder ungehindert in den Weltraum gelangen. CO2 aber auch andere Gase wie beispielsweise Methan (CH4) oder Lachgas (N2O) absorbieren aber einen Teil dieser Wärmestrahlung, sodass diese auf der Erde verbleibt. Dadurch erwärmt sich unsere Erde. Ihr kennt diesen Effekt vielleicht schon, wenn ihr schon mal in einem Treibhaus wart. Daher wird das beschriebene Phänomen auch Treibhauseffekt und die Gase, die diesen verursachen Treibhausgase, genannt.

Dass sich die Erde durch den Einfluss von uns Menschen erwärmt, darüber sind sich alle ernstzunehmenden Klimaforscher*innen einig. Das könnt ihr auch im sechsten Sachstandsbericht des Weltklimarats IPCC aus 2021 nachlesen.

Woher kommt das ganze CO2 in der Luft?

Mit 92 % (Stand: 2020) ist der allergrößte Anteil am gesamten Treibhausgas-Ausstoß auf die Nutzung von fossilen Energieträgern wie Kohle, Öl und Gas zurückzuführen.

Ich habe aber gehört, dass …

Ihr werdet im Internet auch immer wieder unseriöse Aussagen, Mythen und Erzählungen finden, dass der Klimawandel nicht real sei oder der Mensch das Klima nicht beeinflussen könnte. All diese Behauptungen sind schlichtweg falsch. Es gibt auch zahlreiche Internetseiten, die sich solche Mythen vornehmen und sie widerlegen. Schaut bspw. mal bei klimafakten.de oder auf Skeptical Science vorbei.

Ihr solltet auch wissen, dass es Menschen und Lobbyistenverbände gibt, die Geld mit fossilien Energien verdienen und desshalb bewusst Falsch-Informations-Kampagnen starten, um euch in die Irre zu führen. Solche Akteur*innen sind oftmals in sogenannten Bürgerinitiativen involviert, um den Anschein zu erwecken, dass es um die Sorge der Bürger*innen geht, obwohl das eigentliche Ziel schlicht eine Verhinderung der Energiewende ist. Besonders stark ist diese Lobby in der Anti-Windkraft-Szene vertreten. 

Fazit:
Wir Menschen verändern das Klima auf unserer Erde, was vor allem auf die Nutzung von fossilen Energieträgern wie Kohle, Öl und Gas zurückzuführen ist. Darüber besteht aus wissenschaftlicher Sicht kein Zweifel!

Was ist das 1,5-Grad-Ziel?

Im Jahr 2015 hat sich die Staatengemeinschaft (190 Länder dieser Erde) in Paris darauf geeinigt, dass man gemeinsam alle Anstrengungen unternehmen möchte, um die globale Erwärmung auf deutlich unter 2 °C, möglichst unter 1,5 °C, zu begrenzen. Dieser Vertrag wird als Pariser Klimaschutzabkommen bezeichnet.

Warum ist das 1,5-Grad-Ziel wichtig?

Schon eine ein halbes Grad macht einen großen Unterschied. In der Folge des Klimawandels wird es immer häufiger zu Heißextremen wie Hitzewellen oder Dürreperioden kommen. Das bedroht sowohl unsere Gesundheit als auch unsere Nahrungsmittelversorgung. Auf der anderen Seite werden aber auch Starkregenereignisse zunehmen. „Bei einer Temperaturerhöhung von 1,5 °C werden Starkregenereignisse und damit einhergehende Überschwemmungen in den meisten Regionen Afrikas, Asiens, Nordamerikas und Europas zunehmen“, heißt es im im IPCC-Bericht. Und weiter: „Bei 2 °C nimmt die Verlässlichkeit, dass die Ereignisse eintreten werden zu, Veränderungen bzgl. Niederschlägen und Dürre wirken sich stärker aus als in einem 1,5-Grad-Szenario. Starkregenereignisse und damit einhergehende Überschwemmungen werden häufiger und intensiver auf pazifischen Inseln sowie in vielen Regionen Nordamerikas und Europas.“ „In allen Regionen der Welt werden Extreme zunehmen, sowohl in Intensität als auch Häufigkeit. In einem 2-Grad-Szenario sind diese schlimmer als in einem 1,5-Grad-Szenario.“

Doch es schlummert noch eine größere Gefahr in einem ungebremsten Temperaturanstieg. Es gibt einige Kipp-Elemente, Kipp-Punkte oder aus dem englischen Tipping Points. Du kannst dir das etwa vorstellen wie eine Reihe von Dominosteinen. Stuppst du den ersten Stein nur leicht an, passiert erst einmal noch nichts. Überschreitest du aber eine gewisse Auslenkung, dann fällt der Stein um und stößt wiederum weitere Dominosteine um. Übertragen auf das Klimasystem bedeutet das, dass wenn Kipp-Punkte überschritten werden, sich das Klima abrupt stärker erwärmen kann, wodurch wiederum andere Kipp-Punkte einen kritischen Wert überschreiten und selbst „umfallen“. Ein Beispiel sind unsere Eisschilde. Diese reflektieren einen Großteil des Sonnenlichts direkt zurück ins Weltall, sodass die Erde dieses nicht aufnehmen kann. Weil sich unsere Erde aber erwärmt, schmilzt das Eis und je mehr Eis schmilzt, desto mehr Sonnenlicht wird auch von der Erde aufgenommen, sodass es in Folge des Treibhauseffekts noch wärmer wird. Das hat dann beispielsweise zur Folge, dass die Permafrostböden, in denen weitere Treibhausgase eingefroren sind, schneller auftauen, wodurch es noch wärmer wird.

Können wir das 1,5-Grad-Ziel erreichen?

Momentan sind wir weltweit auf einem sehr schlechten Kurs: Wenn wir die aktuellen Treibhausgasemissionen wie gehabt fortsetzen, würde das zu einer 2,7 °C wärmeren Erde führen. Das wäre fatal, unter anderem würden dann weite Teile unserer Erde unbewohnbar, heißt es im IPCC-Bericht. Auch die ambitioniertesten Vorhersagen gehen davon aus, dass sich die Erde in Mitte des Jahrhunderts über 1,5 °C erwärmt haben wird, aber in der Folge wäre es möglich, dass wir bis zum Ende des Jahrhunderts wieder unter 1,5 °C kommen.

Es gibt noch eine gewisse Menge an CO2, die maximal noch in die Atmosphäre gelangen dürfte, damit die Erderwärmung auf unter 2 °C gehalten werden kann, das sogenannte CO2-Restbudget. Wenn dieses Budget aufgebraucht ist, dürften wir überhaupt keine Treibhausgase mehr emittieren, bzw. nur noch so viel, wie an anderer Stelle (z. B. durch Bäume) wieder aufgenommen werden können. Wie viel Zeit noch bleibt, bis dieses Budget aufgebraucht ist, zeigt die CO2-Uhr.

Wir alle verändern unseren Planeten – unser zu Hause. Momentan sind wir auf dem Weg unseren Lebensraum unwiederbringlich zu zerstören. Wir müssen beginnen unsere Lebensweise so umzustellen, dass es mit unserer Erde im Einklang zu bringen ist, sonst ist unser Lebensraum in ernsthafter Gefahr. Dabei zählt jedes Zehntel Grad und somit jedes Kilogramm CO2, das wir einsparen.

Fazit:
Unsere jetzige Lebensweise wird dazu führen, dass weite Teile unserer Welt unbewohnbar werden, Hitzeextreme und Starkregenereignisse werden zunehmen. Die Welt wird dann nicht mehr die sein, die wir kennen und uns ein gutes Leben ermöglicht. Wir sind in Begriff den Lebensraum von unzähligen Arten aber auch von Menschen zu zerstören. Der Planet wird auch weiterhin existieren, die Frage ist aber, ob wir Menschen als Spezies überleben werden, es geht um unsere Existenz.

Was ist der CO2-Fußabdruck?

Der CO2-Fußabdruck gibt an, für wieviel CO2-Ausstoß ein Mensch durch seinen Lebensstil pro Jahr verantwortlich ist. In Deutschland liegt dieser Wert bei etwa 9,9 t (2019) und ist viel zu hoch.

In den Bevölkerungsreichsten Ländern unserer Erde – China und Indien – sind die Emissionen deutlich geringer. Sie lagen 2019 in China bei etwa 6,6 t pro Person und Jahr und in Indien bei nur 1,9 t.

Welcher CO2-Fußabdruck ist klimafreundlich?

Um die 1,5-Grad-Grenze nicht zu überschreiten, haben wir seit Beginn 2020 ein globales Restbudget von 400 Mrd. Tonnen CO2. Zu diesem Zeitpunkt lebten etwa 7,7 Mrd. Menschen auf der Erde, die bis zum Jahr 2050 somit nur 1,7 t CO2/Jahr ausstoßen dürfen. Es gibt aber auch Emissionen, die wir gar nicht direkt selbst in der Hand haben, die z. B. systemischer Natur sind, wie der Betrieb von Krankenhäusern und Notdiensten, Schulen usw. Laut Umweltbundesamt liegen diese öffentlichen Emissionen bei 0,84 t pro Jahr und betragen somit schon die Hälfte des verträglichen CO2-Ausstoßes.

In weniger industrialisierten Ländern ist der Fußabdruck der Menschen sehr viel kleiner und war es auch schon in der Vergangenheit. Einwohner*innen von Industriestaaten tragen somit deutlich stärker zum Klimawandel bei und müssen sich auch einer sozialen Verantwortung stellen. Denn das Klima kennt keine Grenzen und ironischer Weise sind Entwicklungsländer häufig besonders stark von den Folgen des Klimawandel betroffen.

Fazit:
Nur wenn wir unsere Treibhaus-Emissionen drastisch reduzieren und unser Handeln und Leben auf eine nachhaltige Lebensweise umstellen, dann können wir den Schaden reduzieren, sodass auch unsere Kinder, Enkelkinder sowie die Menschen auf anderen Teilen unserer Erde auf einen Planeten leben können, der lebenswert ist.

Unsere Mission als Klimabonus

Das Ziel des Klimabonus ist es, euch über euren CO2-Fußabdruck zu informieren. Wir wollen Handlungsempfehlungen geben, damit ihr euren CO2-Fußabdruck möglichst effektiv reduzieren könnt. Darüber hinaus möchten wir regionale Kompensationsprojekte realisieren, also solche Maßnahmen, die CO2 einsparen, weil sie es bspw. aus der Luft binden oder verhindern, dass zusätzliche Treibhausgase in die Atmosphäre gelangen. Durch Kompensationen können wir das ausgleichen, was wir nicht vermeiden können. Es sollte aber als letzte Möglichkeit angesehen werden, denn vermeiden und reduzieren sind immer die besseren Optionen!

Starte doch mal mit unserem CO2-Rechner und lass dir anzeigen, wie groß dein CO2-Fußabdruck ist.