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Der Klimabonus zu Besuch beim Moorschutz- und Klimalandwirt Sebastian Petri

Iris Kovarik (RKW Sachsen-Anhalt), Dieter Leupold, Frank Jansky und Joris Spindler (BUND Sachsen-Anhalt) v.r.n.l.

Mitte Oktober 2021 besuchten Mitarbeiter*innen vom BUND Sachsen-Anhalt vom Klimabonusprojekt und vom Interpyro-Projekt des RKW Sachsen-Anhalt einen landwirtschaftlichen Betrieb im Rhinluch zu einem Erfahrungsaustausch zu moorschonender Wiesenbewirtschaftung. Der Moorschutz- und Klimalandwirt Sebastian Petri stellte die besonderen Bewirtschaftungsmethoden und die speziellen Herausforderungen des Standorts sehr anschaulich und praxisnah vor.

Die Flächen des Moorhofs im Rhinluch nordöstlich von Berlin haben eine Torfmächtigkeit von ca. einem halben bis einen Meter. Vor über einhundert Jahren erfolgte dort Torfabbau zur Brennstoffgewinnung, zahlreiche Entwässerungsgräben wurden angelegt. Heute werden viele Flächen im Rhinluch als Intensivgrünland genutzt. Eine Förderrichtlinie zur Moorschonenden Stauhaltung im Bundesland Brandenburg ermöglicht eine wasserstandsangepasste extensive Wiesenbewirtschaftung. Eine Fläche von 180 Hektar – das sind ca. 250 Fußballfelder - ist aktuell im Anstau beim Moorhof.

Der Dominanzbestand auf den Flächen ist Rohrglanzgras, dass zu Heu für die Pferdefütterung verarbeitet wird. Dafür wird auf dem Moorhof eine besonders bodenschonende Erntetechnik eingesetzt. Zum Hof gehört auch eine Herde von Wasserbüffeln, die an Nasse Standorte angepasst ist und die Biomasse verwertet, die nicht als Pferdeheu genutzt werden kann.

Mit dem Interpyro-Projekt erfolgte ein Austausch zur weiteren energetischen Nutzung der Biomasse und zum Potential der Flächen für die Herstellung von Pflanzkohle. Hier war vor allem Biomasse im Fokus, die aktuell nicht genutzt wird wie zum Beispiel Schilfgräser.

Der Austausch über landwirtschaftliche Technik zur wasserangepassten Wiesenbewirtschaftung war für die Mitarbeiter*innen des BUND sehr interessant. Durch diese besondere Form der Bewirtschaftung kann das Wasser bis in den Sommer hinein im Boden gehalten werden. Dies ist wichtig für trockengelegte Moorböden, die durch den Abbau von Torf erhebliche Mengen an CO2 emittieren. Mit dieser Fragestellung sind Mitarbeiter des Klimabonus-Projekts des BUND beschäftigt und nehmen das Wissen mit nach Sachsen-Anhalt um dort den Moorschutz ein Stück voran zu bringen.

Mehr Informationen unter: www.klimabonus.info, https://www.bund-sachsen-anhalt.com/themen/umwelt-schuetzen/gruenes-band/,

http://www.interpyro.de/ und www.naturwiesenheu.de

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